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Afrikanische Kinowelten: Lingui – Heilige Bande

13 April, 6:30 pm - 8:30 pm

LINGUI, TD/F/D/B 2021, 87 Min., DCP, FSK: k. A., arab./franz. OmU, Regie: Mahamat-Saleh Haroun, mit: Achouackh Abakar Souleymane, Rihane Khalil Alio, Youssouf Djaoro, Briya Gomdigue u. a.

Eine Geschichte weiblicher Solidarität vor dem Hintergrund einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft: Mahamat-Saleh Haroun (GRIGRIS GLÜCK, DARATT) erzählt von der alleinerziehenden Amina und ihrer Tochter Maria, die in einem Vorort von N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad leben. Als die 15-Jährige schwanger wird, bricht für die praktizierende Muslimin Amina ihre ohnehin schon fragile Welt zusammen. Maria will das Kind nicht behalten – doch Abtreibung steht im Tschad nicht nur unter Strafe, für die streng religiöse Gesellschaft ist sie auch ein moralisches Tabu. Gemeinsam stemmen sich die beiden Frauen dem Druck entgegen, auch wenn ihr Kampf aussichtslos zu sein scheint. Harouns menschliches und visuell beeindruckendes Drama wird von Abakars überragender Darstellung einer zwischen ihrem Glauben und ihrer Liebe zu ihrer Tochter gefangenen Frau getragen und ist ein starkes Plädoyer für die Kraft der Solidarität unter Frauen.

„‘Lingui‘ meint ‚Band‘ oder ‚Verbindung‘. Es ist das, was die Menschen im Zusammenleben verbindet. Es ist ein Begriff, der Solidarität und gegenseitige Unterstützung impliziert. Ich kann nur existieren, weil andere existieren: Das ist ‚Lingui‘, das ist der rote Faden, das heilige Band unseres sozialen Gefüges – es geht dabei also um eine altruistische Lebenseinstellung. Das Wort verkörpert die Widerstandsfähigkeit einer Gesellschaft, die mit äußerst schwierigen Bedingungen konfrontiert ist. In der Politik geht es um das Streben nach Macht, in der Religion um Dogmen, ebenfalls eine Form von Macht. Beide Instanzen haben viele gemeinsame Interessen. Aber Frauen tragen Erinnerungen und Lebenserfahrungen weiter, die mächtiger sind als die herrschenden Diskurse und Verbote. Sie sind sich ihrer Lage und der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben, sehr bewusst und wussten immer damit umzugehen. Sie haben nicht auf die Religion gewartet, um sich sagen zu lassen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben, ob sie Kinder bekommen sollen oder nicht.“ Mahamat Saleh-Haroun.

Einführung: Irit Holzheimer, Matthias Fetzer

Der Film wird noch bis zum 26. Arpil im Filmhaus gezeigt.

Details

Datum:
13 April
Zeit:
6:30 pm - 8:30 pm
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Filmhaus
NIfA

Veranstaltungsort

Filmhaus
Königstraße 93
Nürnberg, 90402 Deutschland
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Telefon:
+49 911 / 231 - 5823
Website:
http://www.kunstkulturquartier.de/filmhaus/